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Die Vankatze

Alle Haustiere haben verschiedene Eigenschaften. Katzen erregten seit Jahrhunderten die Aufmerksamkeit der Menschen. Mit ihrem seidigen Fell, verschiedenfarbigen Augen, perfekten Jagdtrieb und ihrer Liebe zum Wasser ist die Vankatze eine besondere Katze.

Die Fossilien der primitiven Vorfahren der heutigen modernen Hauskatze sind 12 Millionen Jahre alt. Es wird vermutet, dass erstmals die Ägypter 3000 vor Christi Katzen gezähmt haben. Die Ägypter sollen gezähmte Katzen als heilig betrachtet und wie eine Göttin angebetet haben. Der Ort und die Zeit, wo die ersten Katzen gezähmt wurden, wird noch diskutiert. Eins steht jedoch fest, auch das asiatische Volk hat Katzen gezähmt. Andererseits wird in einigen Quellen behauptet, dass die Katzen 1900 vor Christi Geburt nur halb gezähmt waren.

Die Katze ist ein Fleischfresser. Sie ernährt sich von tierischem Protein. Ihre scharfen Sinnesorgane, ihre Sehfähigkeit im Dunkeln, ihre spitzen Krallen, scharfen Zähne, ihr flinker Körper sowie ihre Eigenschaft auf Samtpfoten ganz leise zu schleichen, macht die Katze zu einem guten Jäger. Die sensiblen Haare um ihre Augen und ihrer Nase verstärken ihren Jagdsinn.

Die Haare der Katzen fallen im Frühling und im Herbst aus. Ihre Gesichtsmuskeln spannen sich infolge eines Ereignisses dermaßen an, dass sie einen gestressten Gesichtsausdruck bekommen. Da sie ihr Muskel- und Skelettsystem in perfekter Weise koordiniert kontrollieren kann, fällt die Katze immer auf ihre Pfoten, egal in welcher Position man sie loslässt.

Das Großhirn (Zerebrum) ist großflächig, was ein Zeichen für die Intelligenz der Katzen ist. Das entwickelte Kleinhirn (Zerebellum) der Katzen verleiht ihr eine perfekte Koordination ihrer Aktivitäten.

Die Menschen besitzen seit Jahrhunderten Hauskatzen. Entweder wurden sie ins Haus genommen weil sie heilig sind, oder weil sie sich von Tieren wie Mäusen, Ratten und Käfern ernähren, die dem Menschen schaden.

In den letzten Jahrhunderten jedoch begannen die Menschen, Katzen als einen Freund zu betrachten.

Eine der Hauskatzen, die in den letzten Jahren sowohl in der Türkei als auch im Ausland das Interesse der Menschen erweckt, ist die "Vankatze". Die sympathische und temperamentvolle Vankatze wurde jedoch bislang vernachlässigt, so dass sie heute vom Aussterben bedroht ist. Früher war die Zahl der Vankatzen in der Provinz Van sehr hoch und in fast jedem Haus lebte eine solche Katze. Heute schrumpft der Bestand von Tag zu Tag und sie kreuzt sich mit verschiedenen Rassen.

Im Van Gebiet nennen die Einwohner Katzen "Pischik". Die Vankatze wird in Van nicht nur als "Schmuck" im Haus oder als Nutztier, das Käfer und Mäuse fängt, betrachtet, sondern ist Freund und Familienmitglied.

Die Vankatze verbrachte früher die Sommermonate auf den Bergen und kehrte im Winter wieder nach Hause zurück. Heute ist die Zahl der Vankatzen, die den Sommer auf dem Berg Erek verbringen und im Winter wieder zurückkehren, erheblich zurückgegangen.

Nach der Beschreibung der Bewohner von Van hat die Vankatze ein langes, weißes und seidiges Fell, einen langen Körperbau, Tigergang, einen langen und bauschigen Schwanz wie ein Fuchs, zwei verschiedene Augenfarben (Diskromatopsie), ist intelligent und sehr flink. Ihre Sauberkeit, Liebenswürdigkeit, ihr Spaß am Spielen und ihre gute Beziehung zu den Menschen sind weitere besondere Eigenschaften der Vankatze. Nach den 50'er Jahren versuchten die Europäer die Vankatze in der ganzen Welt bekanntzumachen. Es gelang ihnen jedoch nicht, diese besonderen Eigenschaften zu präsentieren.

Eine weitere besondere Eigenschaft der Vankatze sind ihre verschiedenfarbigen Augen. Nach ihren Augenfarben können die Vankatzen in drei Gruppen eingeteilt werden.

a- Beide Augen sind blau

b- Beide Augen sind bernsteinfarben (mit verschiedenen Gelbtönen).

c- Verschiedenfarbige Augen (Diskromatopsie ), ein Auge ist blau und das andere ist bernsteinfarben.

Während das Blau immer Türkis ist, können die bernsteinfarbenen Augen verschiedene Gelbtöne aufweisen. Diese Töne sind Bernstein, helles Bernstein, gelb und grün. Ein Auge ist statt bernsteinfarben auch sehr selten braun. Die blauäugigen Katzen werden wiederum in zwei Gruppen eingeteilt: blauäugig Katzen mit kurzem und samtartigem Fell und blauäugige Katzen mit langem und seidigem Fell. Die neu geborenen Jungen haben graue Augen. 25 Tage nach der Geburt beginnt sich die Augenfarbe zu verändern. Ab dem 40. Tag nehmen die Augen ihre endgültige Farbe an.

Bei den meisten Jungkatzen sieht man zwischen beiden Ohren ein oder zwei schwarze Pünktchen. Die Augen dieser Jungen werden meistens verschiedenfarbig.

Die beiden schwarzen Pünktchen werden als Mal der Katzen mit verschiedenfarbigen Augen betrachtet. Sie verschwinden jedoch nach 1-3 Monaten. An der Stelle der Pünktchen wachsen 8-30 schwarze Haare.

Wie die Vankatze haben auch Hunde, gezähmte Tauben und Menschen verschiedenfarbige Augen, was ein genetischer Defekt ist.

Die Kater dieser Rasse wiegen ca. 3600 g und die Katzen sind ca. 2900 g schwer.

Jedes Jahr im Februar, März oder Juni tritt die Vankatze in die Zeit der Brunst. Sie dauert rund 10 Tage an. Falls sie in diesem Zeitraum befruchtet wird, wird sie das ganze Jahr nicht mehr brünstig. Die Vankatze trägt ihre Jungen rund 62 Tage aus. Nach dem ersten Monat der Befruchtung beginnt ihr Bauch zu wachsen. Ab diesem Zeitpunkt lässt sie sich von niemanden an ihrem Bauch streicheln. Wie die anderen Katzen bevorzugt auch die Vankatze, allein zu gebären. Deshalb beginnt sie ab Ende des ersten Schwangerschaftsmonats, ruhige und dunkle Plätze zu suchen. Gleich nach der Geburt beist sie die Nabelschnur mit ihren Zähnen durch. Die Jungen werden 50-60 Tage gestillt, jedoch kann sich die Stilldauer auch verzögern oder verlängern.

Die Vankatze bringt vier Jungen auf einmal auf die Welt. Die Jungen können ihre Augen am 10. Lebenstag öffnen. Die Mutter leckt ihre Jungen sofort nach Geburt sauber und beginnt sie zu stillen. Falls der Ort, an dem sie die Jungen auf die Welt gebracht hat, nicht sicher genug ist, trägt sie ihre Jungen solange von einem Ort zum anderen, bis sie den besten und ruhigsten Platz gefunden hat. Die Mutter lässt ihre Jungen nur um ihre eigene Bedürfnisse zu befriedigen allein, was sehr selten vorkommt. Solange die Augen noch nicht geöffnet sind, versuchen sich die Kleinen zu schützen, indem sie auf alle anderen Gerüche als den Duft ihrer Mutter reagieren.

Die Jungen können anfangs nicht gehen, so dass sie sich mehr kriechend fortbewegen. Sie streiten meist um die Muttermilch und spielen miteinander. Spielen ist für die Entwicklung der Jungen von großer Bedeutung. Sie spielen meistens unter Kontrolle der Mutter, die ihnen im Spiel beibringt, wie man sich verhalten muss, um zu überleben. Falls eines der Jungen alleine ist, fängt es sofort an mit der Mutter zu spielen.

Katzen haben den Drang den Ort, in dem sie leben, zu beherrschen. Sie möchten nicht, dass fremde Katzen in ihren Lebensraum eindringen. Falls ihr Lebensraum wie zum Beispiel ihr Haus, in dem sie leben, gewechselt wird und sie nicht mit ihrem neuen Zuhause zufrieden sind, bemühen sie sich wieder zurückzukehren. Die Vankatzen können sich an ihr neues Zuhause in 20-30 Tagen anpassen. In diesem Zeitraum inspizieren sie mehr ihre Umgebung und interessieren sich nicht für ihren Besitzer.

Katzen sind sauberer als andere Tiere. Sie halten sowohl ihren Lebensraum als auch sich selbst sehr sauber.

Sie versuchen, ihre Ausscheidungen instinktiv zu begraben. Nach der Toilette und dem Essen lecken sie ihren Mund und ihr Gesicht mit Hilfe ihrer Pfoten sauber.

Die Vankatze kann sehr gut jagen. Sie jagt im Haus und außerhalb Mäuse, Eidechsen, Vögel, Fliegen sowie kleine Käfer und frisst sie auf. Sie greifen jedoch Geflügel, mit denen sie, wenn auch außerhalb des Hauses, eng zusammenleben können, nicht an.

Die Vankatze liebt es zusammen mit Menschen in einer Familie zu leben. Falls sie keine Beziehung zu Menschen hat, beginnt sie zu verwildern.

Die Vankatze liebt Streicheleinheiten und kommt dieser Liebe mit Verbundenheit und mit Liebe entgegen. Das Verlangen nach Streicheleinheiten nimmt besonders während der Schwangerschaft zu. Sie sind ihren Besitzern sehr nahe und lieben sie. Wenn sie Fremden begegnen, laufen sie weg. Sie springen auf den Schoß der Menschen, die sie streicheln, und beißen erst ganz leicht deren Hand und zeigen danach ihre Liebe, indem sie die Hand lecken und schnurren. Sie wird eifersüchtig, wenn ihr Besitzer andere Katzen oder kleine Kinder streichelt und liebt.

Schwerhörigkeit kommt bei Vankatzen nicht häufig vor. Nur 2-3 Prozent der Vankatzen, die verschiedenfarbige und blaue Augen haben, sind schwerhörig.

Die Vankatze ist die einzige Katzenrasse, die es liebt, im Wasser zu spielen und zu schwimmen.

Die Vankatze kontrolliert mit ihrer Vorderpfote, ob das Essen oder die Milch warm ist und frißt erst, wenn ihr Futter die geeignete Temperatur hat. Es ist auch bekannt, dass die Vankatzen Zuckermelonen, Wassermelonen und einige Früchte gerne fressen.

Obwohl das Fell der Vankatze sehr dick ist, schützt es sie nicht vor der Kälte.

Die Vankatzen geben Laute von sich, um untereinander und mit Menschen zu kommunizieren. Mit diesen Lauten bringen sie ihre Gefühle zum Ausdruck. Das Miauen ändert sich je nach Zustand. Sie miauen bei ihren Beziehungen mit den Menschen, mit ihren Jungen oder mit anderen paarungsbereiten Katzen verschiedenartig. Die Art und Weise sowie die Frequenz des Miauens ändert sich je nach ihren Wünschen. Wenn sie morgens ihren Besitzer sieht, miaut sie laut, um ihre Freude zum Ausdruck zu bringen. Wenn sie Hunger hat, stellt sie sich vor die Küchentür und miaut, damit sie etwas Futter bekommt.

Nachdem das Futter im Napf ist, streift sie erst um die Beine ihres Besitzer, bevor sie zu fressen beginnt. Damit drückt sie ihren Dank aus. Wenn sie ihre Notdurft verrichten muss, miaut sie vor der Toilettentür so lange, bis diese geöffnet wird. Es ist aber auch möglich, dass sie an die Türklinge springt und die Tür selbst öffnet.

Studien belegen, dass die Vankatze sehr lehrfähig ist. Sie lernt sehr schnell und merkt sich den Ort, wo ihr Katzenstreu steht sehr schnell und verrichtet ihre Notdurft auf keinen Fall woanders.

Die Jungen lernen ihren Namen bereits mit 2-3 Monaten. Es steht jedoch nicht fest, ob sie nur auf die bekannte Stimme reagieren.

Damit die sympathischen, temperamentvollen, intelligenten, flinken, treuen, wunderschönen und interessanten Vankatzen nicht aussterben und sich nicht mit anderen Rassen paaren, sollten alle möglichen Maßnahmen getroffen werden.

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